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Gewerbe

27. Juli 2026

Berufshaftpflicht für IT-Dienstleister: Tech-E&O erklärt

Ein Softwarefehler beim Kunden verursacht reine Vermögensschäden — die Betriebshaftpflicht zahlt nicht. Was Tech-E&O für IT-Dienstleister und SaaS-Anbieter leistet.

IT-Dienstleister und SaaS-Anbieter tragen ein Risiko, das viele erst nach dem ersten Streit mit einem Kunden verstehen: Ihre größten Schäden sind keine Sach- oder Personenschäden, sondern reine Vermögensschäden — und die deckt die normale Betriebshaftpflicht nicht. Die Antwort darauf heißt Tech-E&O (Errors & Omissions). Dieser Ratgeber erklärt, worum es geht.

Das Kernrisiko: reine Vermögensschäden

Ein fehlerhaftes Software-Release, ein Konfigurationsfehler beim Kunden, eine verpasste Deadline im Projekt — die Folge ist selten ein kaputter Gegenstand, sondern ein finanzieller Schaden: Betriebsunterbrechung beim Kunden, entgangener Umsatz, Nacharbeit, Vertragsstrafen.

Die klassische Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden. Genau der typische IT-Schaden — der reine Vermögensschaden ohne vorausgehenden Sach- oder Personenschaden — fällt bei ihr durch das Raster.

Was ist Tech-E&O / Vermögensschadenhaftpflicht?

Die Vermögensschadenhaftpflicht für IT (international: Tech-E&O) schließt genau diese Lücke. Sie deckt Ansprüche, die aus einem Fehler in Ihrer Leistung entstehen:

  • Programmier- und Beratungsfehler
  • Datenverlust durch mangelhafte Leistung
  • Verletzung von Service-Level-Vereinbarungen
  • Verzug und daraus resultierende Vermögensschäden beim Kunden

Moderne Konzepte kombinieren Tech-E&O häufig mit einer Cyber-Deckung, weil sich Dienstleistungs- und Cyberrisiko bei IT-Unternehmen überschneiden.

Tech-E&O, Cyber und Betriebshaftpflicht — wie sie zusammenspielen

Für ein IT-Unternehmen greifen meist drei Bausteine ineinander:

  • Betriebshaftpflicht: Personen- und Sachschäden (der Besucher stürzt im Büro, ein Gerät wird beschädigt).
  • Tech-E&O: reine Vermögensschäden aus der erbrachten Leistung (Drittschaden beim Kunden).
  • Cyberversicherung: eigene Schäden durch Angriffe auf die eigene IT sowie Drittschäden durch Datenpannen.

Erst zusammen ergibt sich ein lückenloses Bild. Wir stimmen die Bausteine so ab, dass keine Deckungslücke und keine teure Doppelung entsteht.

Worauf Sie bei der Deckung achten sollten

  • Rückwärtsdeckung: für Fehler aus abgeschlossenen Projekten, die erst später auffallen
  • Weltweite Deckung inklusive USA/Kanada, wenn Sie dort Kunden haben
  • Vertragsstrafen und Pönalen je nach Konzept mitversichert oder ausgeschlossen
  • Open-Source- und Drittkomponenten, die Sie in Ihre Software einbinden
  • Nachhaftung, wenn das Unternehmen aufgegeben oder verkauft wird

Für wen ist das wichtig?

Für Softwareentwickler, IT-Dienstleister, Systemhäuser, SaaS-Anbieter, IT-Berater und Agenturen mit technischer Umsetzung — kurz: für jeden, dessen Leistung beim Kunden geschäftskritisch läuft. Auftraggeber, gerade größere, verlangen den Nachweis einer Tech-E&O oft schon vor Vertragsschluss.

Fazit

Wer IT-Leistungen erbringt, haftet für die finanziellen Folgen seiner Fehler — und die trägt keine Betriebshaftpflicht. Eine passend zugeschnittene Tech-E&O, abgestimmt mit Cyber, ist für IT- und Software-Unternehmen die zentrale Absicherung.

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